9. Die Römer in Mauren

Der Name „Mauren“ geht vermutlich auf die römischen Ruinen einer Villa Rustica zurück. Mit dem Vorrücken der römischen Legionen Richtung Norden ca. 100 n. Chr. wurde auch die Schönbuchlichtung „römisch“. Zur Versorgung der Soldaten und der neu gegründeten Städte siedelten sich Veteranen nach ihrem Militärdienst als Landwirte im neu eroberten Gebiet in einzeln gelegenen Gutshöfen, sogenannte Villae Rusticae an. Moderne Anbaumethoden, Viehzucht und das Anlegen von Obstplantagen brachten hohe Erträge. Auch die Fundstätten einer römischen Töpferei an der Schnapseiche und einer römischen Ziegelwerkstatt im Wasserfallenhau an der jungen Schaich, zeugen davon, dass die Römer hier sesshaft wurden.

Die Alamannen kommen

ab 231 n. Chr. zieht Rom immer mehr Truppen ab, um an anderen Brennpunkten des römischen Reiches zu kämpfen. Germanische Krieger nutzen die Lage und fallen plündernd in Südwest-Deutschland ein und verwüsten die römischen Landgüter und Städte. Den römischen Bauern blieb nicht viel Zeit. Bevor sie jedoch geflohen sind, haben sie noch schnell ihr wertvolles Ackergerät hier am Wegesrand vergraben, in der Hoffnung wiederzukommen. 268 n. Chr. geben die Römer den Limes endgültig auf und ziehen sich hinter Donau, Iller und Rhein zurück. Neue Zuwanderer, die Alamannen besiedeln die verlassenen Gebiete. Sie gründen Städte die auf „ingen“ enden. Wie Holzgerlingen, Böblingen, Ehningen, Sindelfingen …

 

 

Herausgeber: Arbeitskreis Altdorfer Heimatgeschichte

Text und Illustrationen: Ulrich Jehle

Quellen: Heimatmuseum Holzgerlingen,

Baden-Württemberg, Menschen.Kultur.Geschichte Bd. 2